Ich werfe der ÖVP Antisemitismus vor



Volkspartei und Medien instrumentalisieren den Holocaust gegen die Identitäre Bewegung, und diese dann gegen die FPÖ. Wenn etwas Antisemitismus ist, dann das.


Hallo. Mein Name ist Friedrich Langberg. Jeden Montag habe ich das Vergnügen, mit Martin Sellner eine Rückschau auf das politische Geschehen der Woche zu halten. Inzwischen machen wir das über DLive und Bitchute, weil wir von Youtube, Twitter, Facebook und Instagram gelöscht wurden. Meinungsfreiheit heißt nämlich, dass man etwas meinen darf – nicht, dass man es auch sagen soll. Vor allem nicht öffentlich. Am aller wenigsten dann, wenn das, was man meint, dem widerspricht, was die Regierung über gekaufte Medien als Meinung hat veröffentlichen lassen. Dann gerät dieses Kartell ziemlich schnell in Unruhe.


So geschehen auch diese Woche. Sellner hat den ÖVP-Abgeordneten Martin Engelberg für dessen Äußerungen über die IB kritisiert. Wie wir inzwischen wissen, ist Martin Engelberg ein Jude. Deswegen ist jede Kritik an ihm – Sie werden überrascht sein – Antisemitismus. Es ist nämlich unmöglich, das Verhalten eines Politikers losgelöst von seinem konfessionellen Bekenntnis zu beurteilen. Ich zum Beispiel habe einmal ein kritisches Video über Sebastian Kurz gemacht. Somit ist evident, dass ich der Antichrist bin. Ave Satanas!


Wir müssen uns nicht verleumden lassen - egal, von wem!

Was ist eigentlich passiert? Nun, von allen Freisprüchen zugunsten der von Sellner geführten IB unabhängig, will die Volkspartei nun deren Logo verbieten. Die Comic-Verfilmung „300“, aus welcher das Emblem übernommen wurde, dürfte danach nur mehr am Schwarzmarkt erhältlich sein – also: zugreifen. Herbert Kickl, Klubobmann der FPÖ, hatte dafür wenig Verständnis. Seine Auffassung deckt sich dabei mit jener aller Richter, vor die man Sellner & Konsorten bisher geschleppt hat: Die IB sei "eine Bewegung, der man nichts vorwerfen kann, außer ihren Patriotismus".


Darüber empörte sich dann der ÖVP-Abgeordnete Engelberg, von dem ja wir jetzt wissen, dass er Jude ist. In einer Presseaussendung - hier nochmal verlinkt - ließ er die Welt an seinem Ärger teilhaben:


"Wenn Kickl an den Identitären nichts anderes auszusetzen weiß, als deren angeblichen Patriotismus, so ist das eine bewusste Verkennung und Verhöhnung der Tatsachen. Die Identitären sind eine undemokratische, gewaltbereite, rechts-rechte politische Organisation, deren Haltung wir strikt ablehnen. […] Organisationen wie die Identitären haben in einer liberalen, aufgeklärten Gesellschaft nichts verloren."

Die Verleumdung als „undemokratisch“ und „gewaltbereit“ ist entweder vorsätzlich gelogen, oder die Spaßvögel in der Volkspartei fangen an, ihre eigene Propaganda zu glauben. „Rechts-rechts“ ist eine banale Verortung im politischen Koordinatensystem, welche über die Validität eines Standpunktes nichts aussagt. Wenn Herr Engelberg (von dem wir jetzt wissen…) mich für „rechts-rechts“ hält, ist mir das ehrlich gesagt wurscht. Was ich mir nicht unterstellen lasse, ist gewaltbereit und undemokratisch zu sein. So sieht das wohl auch Sellner, der in unserer letzten Sendung (Zeitstempel 1:02:40) auf diese Vorwürfe wie folgt reagiert hat:


"Sie mieser Heuchler, Herr Engelbert. Wagen Sie es nicht, uns Patriotismus abzusprechen! Sie unpatriotischer, antipatriotischer Verräter an der eigenen Heimat. Sie sind eine verachtenswerte Person! Sorry, wenn ich das mal so hart sagen muss."

Die Reaktion mag für den sonst stoischen Sellner überraschend emotional klingen. Nach jahrelangen Diffamierungen durch Politiker und Journalisten, die vor Gericht regelmäßig in kleine Aschehäufchen aus Lügen implodieren, käme uns aber allen einmal der Humor abhanden.


Es geht nicht um Engelbergs Religion

Journalisten gehen an eine Geschichte nicht mit dem Versuch heran, zu beschreiben, was wirklich passiert ist. Jedes Ereignis wird kategorisiert nach seiner Verwertbarkeit für die eigene politische Agenda. Wenig überraschend, etikettieren sie die Replik Sellners als „Antisemitismus“. Die heute-Zeitung schreibt:


"Der Chef der rechtsextremen identitären Bewegung heißt den 60-jährigen ÖVP-Politiker einen "miesen Heuchler", "antipatriotischen Heimatverräter" – und, mehr noch, einen "Heimatlandzerstörer". Er habe "jeden christlichen Wert über Bord geworfen" und sei "eine verachtenswerte Person", donnert Sellner."

Auch Karoline Edtstadler, die zwar kaum je wo zu sehen, aber offenbar Ministerin für irgendetwas ist, hat die Gelegenheit am Schopf gepackt, sich in die Schlagzeilen zu bringen:


"Der in einem Video von Martin Sellner getätigte verbale Angriff auf den Nationalratsabgeordneten und bekennenden Juden Martin Engelberg ist ein lebendiger Beweis für den allgegenwärtigen Antisemitismus in der rechtsextremen Szene."

Dass Sellner sich auf die Aussagen Engelbergs über die IB bezogen haben könnte, nicht auf dessen Glauben, übersteigt offenbar ihre Vorstellungskraft. Damit auch sonst niemand auf diesen Gedanken kommt, wird den Lesern einfach verschwiegen, dass sich überhaupt um eine Antwort handelt. Der Kontext wird nicht erläutert.


Martin Sellner nennt Martin Engelberg einen miesen Heuchler. Punkt. Engelberg ist Jude. Punkt. Ergo: Antisemitismus! Rufzeichen!


Das ist, was an Information aus dem Artikel hervorgeht. Dem Leser wird suggeriert, Martin und ich durchsuchten vor jeder Sendung das Internet nach einem Juden, den wir dann 3 Stunden lang mit Landser-Texten beleidigen, die wir Dosenbier trinkend in unsere Mikros grölen. Diese Form der Berichterstattung ist es, die „eine rote Linie überschreitet“. Nicht die Wortmeldung Sellners, wie im Artikel behauptet.


Bin ich zu jüdisch für ÖVP und heute?

Interessant finde ich auch, dass auf meine Person in keiner Stellungnahme verwiesen wird. Das sage ich nicht aus gekränkter Eitelkeit – im Gegenteil. Wer liest schon gerne seinen Namen in so saublöden Artikeln? Ich frage mich nur: Hätte man mich vielleicht in einem Nebensatz erwähnt, wenn ich Martins Bruder wäre und auch Sellner hieße? Oder Messner, oder Schmidt, was auch immer? Kann es sein, dass der Name „Langberg“ (dessentwegen ich selbst allenthalben gefragt werde, ob ich Jude sei) nicht in das Konzept der Autoren gepasst hat? Wäre es vielleicht schwerer gewesen, einem „Sellner“ gegenüber einem „Engelberg“ Antisemitismus vorzuwerfen, wenn ein „Langberg“ daneben sitzt? Ich kann nur mutmaßen, aber ich denke: Ja.


Um mich nicht mit fremden Federn (oder falschen Schläfenlocken) zu schmücken: Nein, ich bin kein Jude. Den Namen habe ich von meinem Großvater väterlicherseits, der ein Jude gewesen ist. Ich meine, auch er hat Weihnachten gefeiert und nicht Chanukka – er war kein praktizierender Jude. Aber immerhin jüdisch genug, um nach Auschwitz deportiert zu werden. Er hat überlebt, weil er flüchten konnte.


Ich habe keine Ahnung, ob mein Opa politisch gewesen ist, wen er gewählt hat, oder ob er heute MSLive schauen würde. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Er ist gestorben, als ich 14 war. Von Verwandten weiß ich jedenfalls, dass ihn das Erlebte sein Leben lang verfolgt hat. Verständlich.

Meine politischen Ansichten würde er heute wohl nicht teilen, das kann schon sein. Was er aber sicher armselig fände, ist der Missbrauch einer historischen Katastrophe, die er miterleben musste, für seichte Verleumdungen und Unterstellungen. Zur parteipolitischen Profilierung verlogener ÖVP-Bonzen, mitsamt ihren Speichelleckern über den Tastaturen des Boulevards!


Die linkisch-rechte Volkspartei

Zum Verständnis all dessen, empfehle ich diese Studie des Freilich-Magazins. Sie dokumentiert eine enorme Schnittmenge des (in wesentlichen Punkten von der FPÖ übernommenen) ÖVP-Programmes mit den Forderungen der Identitären. In diesem Kontext muss die Hysterie der türkisen Empörungs-Schlümpfe verstanden werden: Um sich selbst nicht als „rechts“ angreifbar zu machen, blasen sie sich zu semi-antifaschistischen „Widerstandkämpfern“ gegen die „rechts-rechten“ Identitären auf. Sie wollen das Wählerreservoir der implodierten FPÖ übernehmen, aber gleichzeitig weiter von der linkslastigen Medienlandschaft gestreichelt werden. Mit Geld geschmiert werden sie sowieso - die Förderung der Privatsender ist von 20 auf 35 Millionen erhöht worden. Und wenn sie die IB gegen die FPÖ unter Zuhilfenahme des Holocausts ausspielen müssen, ist auch dieses Mittel recht. Wenn hier etwas antisemitisch ist, dann das!


Wenn ihr Politiker-Attrappen den angeblich grassierenden Antisemitismus eindämmen wollt, dann fangt in euren eigenen Reihen an. Da wärt ihr lange genug beschäftigt. Fragt auch gleich Finanzminister Blümel, was er heute von Dollfuß hält. In seiner Diplomarbeit soll er ja von ihm geschwärmt haben. Ein Portrait von Dollfuß hing ja bis vor Kurzem sogar in euren parlamentarischen Klubräumen. Auch sein Ständestaat aber war in der Praxis nicht gerade als sicherster Hafen für die Juden bekannt. Also - denkt`s vielleicht ein bissl nach, bevor ihr so viel Blödsinn redet, ok?


Shalom,


und bis morgen Abend bei MSLive,


Friedrich Langberg.

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